Wednesday, 12 August 2015

#RPGaDAY2015 - Lieblingsillustration

Tag 12 von #RPGaDAY2015. Wer nicht weiß, was der Hashtag bedeutet, der liest einfach in meinem Eingangsthread nach. Die Frage heute lautet:

Welche ist deine beliebteste Rollenspielillustration?


Ach, du grüne Neune - das ist ja noch schwieriger als der Lieblingsautor! Ich bin definitiv ein sehr visuell geprägter Mensch, gerade auch und vor allem im Rollenspiel. Handouts mit Illustrationen gehören bei mir fast immer zum Standard und wenngleich ich mich durchaus als fähigen "Beschreiber" bezeichnen würde, sagt "ein Bild mehr als tausend Worte". Für mich ist die Bebilderung eines Rollenspiels oder Hintergrundsettings auch insofern wichtig, als das sie eine Stimmung und Atmosphäre vermittelt, die ein weniger eloquent geschriebener Text nicht offenbaren kann. Tatsächlich würde ich es bevorzugen, daß man ein Produkt gar nicht oder nur sehr spärlich illustriert, falls die Illustrationen nicht den Geist verkörpern können, den sich der Autor vorgestellt hat.
Ich mag eine ziemliche Bandbreite an Grafik- und Zeichenstilen und es gibt eine riesige Menge hochtalentierter Illustratoren dort draußen, doch den größten Eindruck haben bei mir vornehmlich die "großen Alten" hinterlassen: das TSR-Garderegiment aus Larry Elmore, Jeff Easley und Keith Parkinson. Da bin ich einfach Opfer meiner Konditionierung. Ihre Bilder sind Legion. Drei habe ich ausgewählt, die für mich sowohl eine große visuelle Kraft ausstrahlen als auch geradezu ikonisch sind. In jedem Pinselstrich und Detail wohnt die Verheißung von Abenteuer und weckt die Sehnsucht, sofort in die dargestellte Szene hineingesaugt zu werden, um ihre Geheimnisse entdecken zu können.
Wer dieses Motiv nicht kennt, hat das Rollenspiel verpennt. Cover der "red box", Basic D&D, (C) Larry Elmore
Elmore hat diese klare Linienführung und kräftigen, leuchtenden Farben; seine Bildelemente wirken meist auf eine bestimmte Art und Weise "künstlich", wie Bühnendeko, die für ein Szenenbild platziert und perfekt ausgeleuchtet wurde. Auch die Figuren, die er zeichnet, sind mit ihren meist großen Augen und perfekten Proportionen (gerade seine Frauen) sehr comichaft geraten. Die überladene Detailfülle, an der ich mich auch beim x-ten Betrachten nicht sattsehen kann, sowie die bisweilen unrealistisch wirkende Perspektive (gerade bei Landschafts-Panoramen) sind sein Markenzeichen. Und seine unbestreitbare Qualität.
Sein Coverbild zum Basis-Set zementiert gleichsam die Ikonographie á la D&D: Drachen, Verliese, Schätze, magische Schwerter und den unerschrockenen Krieger. Ein Meisterwerk und wohl das für mich prägendste Fantasybild seit ich mit Rollenspielen angefangen habe.

Organische Strukturen und gedeckte, irdene Farbgebungen - das ist (C) Jeff Easley
Gleichauf in ihrer Bedeutung mit Elmore stehen für mich die Werke von Jeff Easley, der einen gänzlich anderen Stil verkörpert. Eher gedämpft und ineinander verlaufend bei der Farbgebung, sind Jeff Easleys Bilder durch eine besondere, lebendige Textur geprägt. Man kann sein Holz riechen, seine geborstenen Steine fühlen und die Wärme seiner Fackeln spüren. Seine Bilder regen die Phantasie stärker an als die von Elmore, da sie durch auslaufende Striche und unscharfe Farbverläufe mehr Spielraum bieten. So zumindest meine laienhafte Beschreibung. Niemand kann so fantastisch Untote malen wie er, daher habe ich diese Illustration gewählt.

Dieser Echsenreiter in der arktischen Landschaft hat immer meine Phantasie angeregt; (C) Keith Parkinson
Der letzte im Bunde meiner drei "großen Alten" ist der tragischerweise viel zu früh verstorbene Keith Parkinson, der in meinen Augen stilmäßig eine Mischung aus den klaren, farbkräftigen Konturen und wahnsinnig realistisch wirkenden, organischen Strukturen darstellt. Der "Echsenreiter im Schnee" bringt genau diese Kombination unglaublich schön zur Geltung. Dazu kommt ein Detailreichtum, der selbst nach dem hundertsten Betrachten immer noch neue Einzelheiten preisgibt. Inspiriert von diesem Bild habe ich vor Jahren mal eine Ranger-Truppe entworfen, die das Königreich im hohen Norden patroulliert und vor Eismonstern beschützt.

Die Wahl meiner Motive würde vermutlich beim nächstenmal ganz anders ausfallen, da es von allen drei genannten Künstlern so endlos viele Meisterwerke gibt, die man sich immer und immer wieder anschauen kann. Und damit endet meine kleine "Rundschau".

Halt, ein aktuelles Werk möchte ich noch nennen, daß mich in diesem Moment von seinen Illustrationen her stark begeistert. Und das ist das Cyberpunk-Setting Interface Zero 2.0 für Savage Worlds von Gun Metal Games. Jedes der Motive erzählt sofort eine Geschichte und macht unmittelbar Lust, in dieses Setting einzutauchen. Nachfolgend beispielhaft das Cover des Buches - es lohnt sich!

Was macht denn Balotelli da? Coverart für Interface Zero von aaronace

Falls jemand noch mehr zur Aktion #RPGaDAY2015 lesen möchte, findet er u.a. auch in diesen Blogs Artikel dazu: Greifenklaue's Blog, De Malspöler, Mondbuchstaben, Jaegers.Net, Le joueur de Prusse en exil. Oder er guckt bei rsp-blogs vorbei, da wird er sicher auf noch mehr Blogs aufmerksam.

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