Tuesday, 11 August 2015

#RPGaDAY2015 - Beliebtester RPG-Autor

Tag 11 von #RPGaDAY2015. Wer nicht weiß, was der Hashtag bedeutet, der liest einfach in meinem Eingangsthread nach. Die Frage heute lautet:

Welcher Rollenspielautor gefällt Dir am besten?


Das könnte man ähnlich machen wie bei dem liebsten Rollenspielverlag: man zählt einfach die Produkte, die man von ihm besitzt, und ermittelt so einen "Gewinner". Aber so verfahre ich diesmal nicht, sondern strecke gleich die Waffen und bekenne: es gibt keinen einzelnen "liebsten" Rollenspielautor für mich. Damit könnte der Beitrag zu dieser Frage auch schon fertig sein. Okay, ein bißchen wenig, ich gebe es zu.
Dann also so: es gibt eine verdammte Menge an Rollenspielautoren, die ich sehr wertschätze. Und von denen möchte ich einige mal kurz erwähnen - zusammen mit ein oder zwei ihrer Werke, die mir besonders gut gefallen haben.

Monte Cook (Quelle: wikipedia)
Fangen wir an mit Monte Cook, dessen zahlreiche Beiträge zum Hobby schon "Starcharakter" haben. Unvergeßlich ist sein Mammutwerk Ptolus - City by the Spire, ein unglaublich wertig produziertes Kampagnensetting für D&D 3.5. Bereits zuvor war er an dem meiner Meinung nach unterschätzten Verschwörungsrollenspiel Dark*Matter für das Alternity-System beteiligt, daß mir sehr gefällt. Für dieses Setting schrieb er auch einen der 5 lesenswerten Romane, Of Aged Angels. Aktuell ist Monte mit Numenéra und seinem Cypher-System erneut auf der Erfolgsspur.
Aufgrund des Cypher-System-Rollenspiels The Strange zur Zeit eng mit Monte verbunden ist auch Bruce R. Cordell, dessen Quellenbuch Tangents für das Alternity-System zu den besten Werken über Zeit- und Dimensionsreisen zählt, die ich kenne. Doch auch zu AD&D-Zeiten hat er u.a. mit dem Illithiad ein tolles Nachschlagewerk über Gedankenschinder geschrieben, zu dem er ebenfalls eine dreiteilige Abenteuerkampagne verfasste.
John Tynes wird mir aufgrund seines fantastischen Delta Green immer in Erinnerung bleiben, das er zusammen mit Dennis Detwiller und Adam Scott Glancy geschrieben hat: die beste Umsetzung des Mythos für die Gegenwart. Tynes entwickelte später auch Unknown Armies, dessen Hintergrund ich auf seltsame Weise anziehend fand - was jedoch nicht für die Regeln galt.

Joe Dever (r.) mit Larry Elmore
Schwenken wir mal auf die Spielbuchserien um, denn unbedingt erwähnen muss ich Ian Livingstone und Steve Jackson, deren Fighting-Fantasy-Phänomen auch mich nicht unberührt lies und mir unzählige spannende Stunden bescherte - wenngleich die Qualität und Schreibe der Bücher stark schwankten. Joe Dever machte es mit Einsamer Wolf besser, präsentierte die tolle und konsistente Welt Magnamund sowie ein spannendes Kampfsystem und eroberte damit meinen persönlichen Thron der Spielbücher. Auch Silberstern der Magier, ein Spin-Off der Einsamer-Wolf-Reihe, konnte überzeugen. Vielleicht weniger bekannt sind seine Spielbuchserien Freeway Warrior (Endzeit á la Mad Max) und Combat Heroes, mit denen zwei Spieler gegeneinander antreten konnten.

Als deutschsprachigen Autoren möchte ich den Österreicher Alexander Schiebel nennen, dessen Rollenspiele der Destiny-Reihe sowie Portal zeigen, daß man kluge Spielmechaniken auch mit einem guten und nicht-schwafeligen Schreibstil paaren kann. Darüber hinaus sind seine erdachten Hintergründe (z.B. Araclia) und Abenteuer ebenfalls sehr lesens- und spielenswert.

Jeff Grubb verfasste nicht nur das von mir geliebte Greyhawk Adventures, sondern erschuf mit Spelljammer auch eines der coolsten und fantastischsten AD&D-Settings aller Zeiten - was mir aber erst weit über zehn Jahre später auffallen sollte. Wo Greyhawk Adventures seinerzeit der Zündfunke für meine Faszination für Gygax' World of Greyhawk war, sollte The Adventure Begins von Roger E. Moore (langjähriger Chefredakteur des Dragon-Magazins) Jahre später diese Liebe neu entfachen.

Stephen Kenson
Ein weiterer für mich sehr wichtiger Autor war auch Bill Slavicsek, dessen Werke kaum unterschätzt werden können, zeichnet er doch für Rollenspiele wie Star Wars d6, TORG oder Paranoia mitverantwortlich. Sein Meisterstück für mich war aber das gemeinschaftlich mit Richard Baker entwickelte Regelsystem Alternity, daß kurz vor dem Ende von TSR noch veröffentlicht wurde und zahlreiche Quellenbücher erhielt, bevor man es 2000 einstellte.

Erst relativ spät wurde für mich der Name Stephen Kenson ein Begriff, als ich mit der dritten Edition von Mutants and Masterminds mein Superhelden-Rollenspiel gefunden hatte und die zuvor präferierten Systeme beiseite legte, da M&M Elemente von beiden in sich verband.

Ebenso prägend war Marc Miller mit seinem wegweisenden Traveller. Am Anfang war die sachlich-nüchterne Schreibe für mich als D&D-sozialisiertem Rollenspieler problematisch, die Schönheit von Traveller erkannte ich erst später, als ich reifer an Jahren wurde. Ein ähnlich alter Autor ist auch Steve Perrin, der mit Runequest und später Elfquest meine "etablierte" Klassen-und-Stufen-Fantasy gehörig durcheinander wirbelte und mir ganz neue Spielmechaniken vor Augen führte, zu denen ich bis heute eine starke Anziehungskraft verspüre.

Erick Wujcik (verstorben)
Erick Wujcik, der 2008 kurz nach Gary Gygax verstarb, sollte während meiner "Palladium-Phase" mit seinen Quellenbänden gehörig Eindruck machen - ganz besonders mit der RPG-Umsetzung von den Teenage Mutant Ninja Turtles, deren schräger Humor und abgefahrene Welt mir damals sehr zusagte, obwohl ich sie kaum bespielt habe.

Gary Gygax schließlich, man kann es sich denken, gebührt die letzte Nennung und der Abschluß dieses bereits viel zu lang geratenen Artikels. Seine Regelwerke, Abenteuer (Temple of Elemental Evil, Festung im Grenzland) und Gord-the-rogue-Romane, die ich wirklich sehr mag, prägten mit Sicherheit gewisse Grundmuster meines Fantasy-Geschmacks. Wenngleich ich im Laufe der Jahre vielen Genres und Ausprägungen zugetan war, sollte sein Einfluß unauslöschlich bleiben.

Falls jemand noch mehr zur Aktion #RPGaDAY2015 lesen möchte, findet er u.a. auch in diesen Blogs Artikel dazu: Greifenklaue's Blog, De Malspöler, Mondbuchstaben, Jaegers.Net, Le joueur de Prusse en exil. Oder er guckt bei rsp-blogs vorbei, da wird er sicher auf noch mehr Blogs aufmerksam.

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